Montag, 3. November 2008

Der mit den Toten tanzt...

Todos Santos, Allerheiligen. In Guatemala ein grosser Feiertag, der dieses Jahr auf ein Wochenende fiel, 1. und 2. November. Das berauschendste Fest steigt wohl in Todos Santos, Cuchumatanes, einem kleinen Staedtchen 60km westlich von Nebaj, fast schon in Mexiko. Die Bevoelkerung spart das ganze Jahr auf das Ereignis hin. Samstags wird eifrig getrunken und Sonntags findet ein Pferderennen statt, dass bergauf, bergab durch die Gemeinde fuehrt. Aufgrund des Gelages tags zuvor, sind die meisten Reiter eher unzurechnungsfaehig, einige schlafen denn auch auf dem Ruecken der Pferde ein. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Pferde ohne Reiter oder garnicht im Ziel ankommen und die Anzahl der Schnappsleichen stark zunimmt. Nun, seit ca. einem Jahr regiert hier eine evangelische Partei, der Konsum von Alkohol ist seitdem verboten und wer sich erwischen laesst landet fuer ein, zwei Naechte im Gefaengnis. Nur ueber Allerheiligen ist der Alkoholbann aufgehoben...
In anderen Gemeinden Guatemalas laeuft die Feier etwas ruhiger, aber ebenso feucht-froehlich ab. Den ganzen Oktober, wenn der Wind auffrischt, lassen die Kinder kleine selbstgebaute Drachen steigen, um sich auf das Fest vorzubereiten. Gedanken an den Drachenlaeufer (von Khaled Hosseini) kommen auf und die Lust, selbst mal wieder Drachen steigen zu lassen. Gegen Ende Oktober sind dann auch alle Stromleitungen mit bunten Drachen oder deren Ueberresten versehen...
Am 1. November beginnen endlich die Festivitaeten. Die Graeber werden mit Palmwedeln und Kerzen geschmueckt. Fuer verstorbene Kinder werden sogar Spielsachen aufgestellt. Musik spielt auf (meistens Marimba, ein Xylofon, das von 3 Personen gleichzeitig gespielt wird und ertraeglich ist, solange nicht einer anfaengt weinerlich dazu zu singen...), Unmengen an Essen und die schoensten Drachen werden mit auf den Friedhof genommen. Waehrend die Herren sich betrinken und die Frauen Kloenschnack halten, verwandelt sich der graue Himmel in ein buntes Feld. Gegen Nachmittag wird das Tanzbein geschwungen; wer ganz genau hinschaut, merkt allerdings, dass Maenner mit Maennern tanzen und die Koreographie mehr einem Schwanken und Torkeln aehnelt. Wenn es langsam dunkel wird, wanken die, die noch koennen, nach Hause, die uebrigen wachen im Kerzenlicht, bis die Seelen der Verstorbenen von ihren Ausfluegen zurueck kommen und die Kerzen auf ihren Graebern ausblasen.

Montag, 27. Oktober 2008

Diese Welt ist falschrum, oder Du haelst sie falschrum…

(Zitat aus “Falschrum” von Tele, einem der Lieder meiner deutschen Playlist, die mich allmorgendlich weckt.) Irgendwas in diesem Land scheint wirklich falschrum zu sein:
“Buen provecho”, das spanische Aequivalent zu “Guten Appetit” wird hier gebraucht, wenn alles aufgegessen ist. Entweicht mir ein “buen provecho” aus Gewohnheit mal bevor das Essen beginnt, ernte ich irritierte Blicke. Nun, es funktioniert vielleicht mehr wie ein “Mahlzeit” das Verwendung findet, wenn der Mittagstisch verlassen wird, wie in der Kantine der Hauni… . Was mich zunaechst noch mehr verwirrte ist, dass “adios” - in Spanien und dem Rest der spanischsprachigen Welt ein Abschiedsgruss - mir hier anstatt eines “hola” oder “buenos dias” entgegenschallt. Nach aktivem Druebernachdenken habe ich aber auch hier eine Verbindung zu Bekanntem herstellen koennen… “adios” heisst soviel wie “zu Gott” (die Missionare des 16. Jhd haben hier nichts versaeumt) und in Oesterreich ist “Gruess Gott” ja auch eine gelaeufige Begruessungsformel. Nun, wo schon mal von Oesterreich die Rede ist… Neben der goettlichen Begruessung erinnert auch die Landschaft um Nebaj herum stark an Oesterreich (das erwaehnte ich ja bereits), insbesondere an Kaernten. Hohe gruenbewaldete Bergketten und tiefe schmale Taeler. Allein, dass hier in Nebaj im Winter zwar viel Regen, aber kein Schnee faellt! So ein Glueck, koennte naemlich ein wenig kalt werden ohne Heizung und apropos kalt… Heute morgen musste ich doch glatt auf meinen Fruehstueckskaffee verzichten, der Herd blieb naemlich kalt! “Wie eine Flasche leer” (ein weiteres beruehmtes Zitat) in diesem Fall halt die Gasflasche! Nun werde ich mich also nach der Arbeit auf die Suche nach neuem Gasvorat begeben, denn man lebt ja nicht vom Brot allein. Insbesondere nich hier in Nebaj, wo es zwar unendlich viele Baeckereien, aber leider kein saftiges Schwarzbrot gibt. Nun, dass ist wohl des Deutschen leid, sobald er die heimatlichen Grenzen ueberschreitet… Aber auch hier ist die Loesung nicht fern: selbst ist die Frau! Nach einem absoluten Sauerteigdesaster in Mexico, werde ich mich die Tage mal an ein Hefebrot wagen. Die leicht deformierten Bagel, die ich vergangene Woche zauberte waren zwar recht bissfest, wurden aber von amerikanischen und britischen Gaesten hoch gelobt (nun ja, sie sind halt auch schon mehrere Monate auf nebajensisches Brot angewiesen). Allerdings kann ich bereits Weizentortillas machen! Das habe ich letztes Wochenende in Gualán gelernt, aber das ist eine andere Geschichte…

Freitag, 24. Oktober 2008

Das Fenster zur Strasse

Mein Zimmer hat neben einem Fenster zum Innenhof auch zwei Fenster zur Strasse. (Diese ist weder geteert noch gepflastert, was die erhoehte Menge an Staub in meinem Zimmer erklaert, da helfen auch keine Gitterstaebe...) Nur das untere Sechstel dieser Fenster laesst sich oeffnen, ein DIN A4 grosses Luftloch auf Hoehe meines Bauchnabels. So kann ich an meinem Schreibtisch sitzend bequem hinausschauen (und unter anderem sehen, ob der Schneider, dem ich meinen Rock zur Reparatur gebracht habe, bereits da ist). Fuer Passanten genuegt es, sich ein wenig zu buecken, um durch das Fenster, einen Blick in das Reich der Fremden zu werfen, denn die Durchschnittsgroesse eines erwachsenen Guatemalteken scheint nicht mehr als 150 cm zu betragen.

Am Tag meiner Ankunft war ich unvorsichtig. Um den modrigen Geruch zu vertreiben, oeffnete ich das Fenster, ohne vorher die kleinen, staubbedeckten Farbdosen in Sicherheit zu bringen, die der vorige Bewohner zurueckgelassen hatte. Zwei Stunden spaeter waren noch fuenf Dosen auf der Fensterbank und zwei Kreise im Staub, dort wo vorher gelb und weiss gestanden hatten. Das ist mir eine Lehre: alles was nicht niet- und nagelfest ist, wird ab sofort mindestens eine Armlaenge vom Fenster entfernt aufbewahrt.

Heute schien es mir, dass bei geoffnetem Fenster der Buergersteig vor unserem Haus zu einem besonders beliebten Treffpunkt wird. Und obwohl die meisten Fussgaenger in der Stadt es bevorzugen auf der Strasse zu gehen, anstatt auf dem immer zu schmalen Buergersteig, werden die Passanten zu disziplienierten Buergersteigbenutzern, sobald mein Fenster geoeffnet ist, auch wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist. Gerade ist auch mein Nachbar Marco auf dem Weg zur Arbeit vorbeigeschlendert, er verkauft Unterwaesche auf dem Markt und ist meine erste lokale Bekanntschaft (abgesehen von den Arbeitskollegen und dem Baecker um die Ecke)! Liegt vielleicht daran, dass Baecker und Marco beide aus Guatemala hergezogen sind und daher etwas offener gegenueber einer grossen Fremden. Ich bin gespannt, welche Geschichten sich in den naechsten Monaten vor meinem Fenster zutragen werden!

Freitag, 10. Oktober 2008

Endlich Nebaj

Ich sitze gerade in meinem neuen Zimmer, an einem Laptop, den mir Lynn, der Leiter des Projektes „Agua para la Salud“ bereitgestellt hat. Im Hintergrund singt Ben Harper aus der Kombination meines I-Pods und der transportablen Boxen, die meine lieben Kollegen mir zum Abschied geschenkt haben. Ich habe mir mein Zimmer in den letzten Tagen eingerichtet. Wichtig zunaechst mal: Lueften und Vorhaenge waschen, um den modrigen Geruch rauszulassen. Dann Spinnen jagen, habe mindestens 10 unterschiedlicher Groesse erwischt und eine entsprechende Anzahl an Spinnenweben beseitigt. Nachdem ich staubgewischt und allen Moebelstuecken einen neuen Platz verpasst hatte, war ich schon recht zufrieden. Ein paar Photos an der Wand sowie Kerzen und Raucherstab auf selbstgebauten Haltern (das handwerkliches Geschick liegt in der Familie) sorgen fuer eine gemuetliche Grundstimmung. Nun, da ich wieder einen festen Wohnsitz, Computer und ein mehr oder weniger geregeltes Leben habe, komme ich sicher haeufiger dazu, Eintraege zu schreiben, die Euch Guatemala etwas naeher bringen. Ich fange gleich mal damit an:

ANREISE: von Xela (Quetzaltenango) nach Nebaj
Von verschiedenen Fortbewegungsmitteln, Gesetzesbruch und Naehebeduerfnis
Die Reise ist lang, die Strasse unberechenbar und die Busse fahrplanlos, also mache ich mich lieber zeitig auf den Weg. Nicht jedoch, ohne ein mit Marmelade gefuelltes Anisbroetchen vom ortsansaessigen Baecker und einen frischgepressten Orangensaft vom Strassenstand um die Ecke zu fruehstuecken. Als ich endlich los will, treffe ich Helen, eine ca. 55-jaehrige Schweizerin. Da lobe ich mir doch die Latinozeitauffassung, Reise hin oder her, fuer einen Plausch mit Bekannten und einen Tee ist noch immer Zeit gewesen! Helen ist seit einer Woche in Xela, das erste Mal in Lateinamerika unterwegs, sie reist allein, so wie ich, doch scheinen Welten zwischen uns zu liegen und irgendwie auch nicht. Helen meistert ihren Weg langsam aber sicher und ab naechster Woche wird sie fuer zwei Monate in einem Projekt fuer Strassenkinder arbeiten. Um neun stehe ich dann endlich an der Strassenecke. Zwei Maenner gehen Arm in Arm ueber die Strasse, wuerde nicht die Autoabgase in der Luft haengen, koennte ich wahrscheinlich selbst auf sichere Entfernung ihre Fahne riechen. Es ist Sonntag. Kein guter Tag, um mit dem Colectivo (Minivans, die bestimmte Routen fahren und im Zweifelsfall alle 10m anhalten um Fahrgaeste ein- und aussteigen zu lassen; Klassifikation: sehr guenstig) zu fahren, da feilsche ich also besser mit einem Taxifahrer um den Fahrpreis zum Busterminal, will ja heute noch ankommen. Perfektes Timing durch absolute Planlosigkeit! Der Bus nach Los Enquentros scheint nur auf mich zu warten und, welche Freude, es handelt sich um ein Modell erster Klasse, das Gepaeck wird trocken im Laderaum verstaut, ich habe einen Sitz fuer mich und kann meine Beine ausstrecken (dass das nicht selbstverstaendlich ist, wird der aufmerksame Leser bald erkennen…). Die Strasse schlaengelt sich bergauf, bergab durch eine wunderschoen gruene Landschaft, die mich ein wenig an Oesterreich erinnert. Frueher hat es hier wohl von Pinien nur so gewimmelt, heute ragen nur noch wenige auf den steilen Maisfeldern in die Hoehe. In Los Enquentros habe ich gerade Zeit zwei Aepfel zu kaufen bevor der Bus angerauscht kommt, der mich nach Quiché bringt. Diesmal landet mein Rucksack auf dem Dachgepaecktraeger des bunt angemalten Buses. Ich lande in der dritten Reihe, zum Glueck ist der Bus nicht voll, so teile ich mir meine Bank nur mit einer Frau, alles ander waere auch knapp geworden, denn der Abstand der Baenke ist geringer als die Laenge meiner Oberschenkel… Breitbeinig passt es geradeso, gut, dass ich gelenkig bin! Ich beisse gerade genuesslich in meinen gerade erstandenen Apfel, der zwar nicht ganz perfekt aussieht, dafuer aber noch richtig nach Apfel schmeckt, als wir ein Schild passieren, dass die Einfuhr von Obst (insbesondere auch Aepfel) verbietet… whoops… Gut, dass auch hier die guatemaltekische Gruendlichkeit Anwendung findet, ich lasse den Apfel unter meiner Tasche verschwinden, der Kontrolleur schlendert durch den Bus und kaum ist er raus, kann ich meinen Apfel aufessen, um saemtliche Beweise zu vernichten. Die Strasse wird kurviger und der Busfahrer hat es scheinbar eilig, so dass ich beginne, mir zu wuenschen, der Bus sei voller. Leib an Leib gepresst rutscht man wenigstens nicht staendig hin und her… Nach knapp einer Stunde ist es geschafft. Fuer die letzte Etappe steht ein Van bereit. Auch hier gilt, weniger ist mehr: weniger Platz pro Person, bedeutet mehr Geld fuer den Fahrer, ganz einfach. Wir warten darauf, dass der Wagen sich fuellt. Als zwei Europaeer mit Laptoptaschen auf uns zukommen. Es handelt sich um Peter und Ed, meine Kollegen bei “Agua para la Salud”. Der Wagen ist voll, wir fahren los. Auf dem Weg werden noch drei Leute dazugeladen, voll ist eben relativ. Bald steigen vier Leute aus, jedoch auch nur, damit ca. 100m weiter fuenf eingeladen werden koennen. Mein neuer Kollege sitzt neben mir, Teambuilding inclusive! Gluecklicherweise ist die Strasse nach den Erdrutschen der letzten Woche wieder passierbar, so befinden wir uns nicht laenger als noetig in der kuscheligen Enge. Nach ca. 6h ist Nebaj erreicht, mein neues zu Hause, zumindest fuer die naechsten 6 Monate.

Samstag, 24. Mai 2008

La ciudad de Mexico

Ciudad de Mexico

Montag ist mein erster ganzer Tag in Mexico-City, ich gehe einfach mal los. Auf dem Plaza de la Revolucion findet eine Veranstaltung der PRB statt, alle tragen gelbe T-Shirts. Ich nicht... naja, aufgefallen waere ich so oder so! Ich fuehle mich etwas an die 1.Mai-Rede von Fidel in Havanna, 2006 erinnert. Nur dass die Leute sich in Mexico offensichtlich freiwillig versammeln!!!

Ich schlendere weiter in Richtung Chapultepec, die gruene Lunge Mexicos. Auf dem Weg treffe ich auf die Calle Hamburgo - Hamburg, meine Perle! Der Park ist leider geschlossen, Montags Ruhetag... Also suche ich einen anderen Park. In Zona Rosa treffe ich auf eine Fussgaengerzone, in der scheinbar alle US-Ketten versammelt sind: McD, Starbucks, BurgerKing... ich entscheide mich ein Stueckchen weiter fuer einen kleinen Strassenstand, an dem eine alte Dame mexikanisches Fastfood verkauft, fuer mich eine Quesadilla mit Spinat und Kartoffelstuecken. Nach dem Mittagessen komme ich nach Condessa, wie Zona Rosa ein ruhiges Viertel mit vielen Bars, Cafés und Leben auf der Strasse. Den gemischten Fruchtbecher (Mango, Papaya und Melone) verspeise ich im Park Mexico. Schon ist es Zeit aufzubrechen, denn Abends bin ich mit Jorge verabredet, ein Freund von Luis mit dem gemeinsam ich Diana (meine Reisebegleitung fuer die naechsten Tage) vom Flughafen abholen werde. Auf dem Weg dorthin stecken wir in Mexicos taeglichem Verkehrschaos, macht aber nichts, auch Diana braucht 2h durch Passkontrolle und Zoll... Nach einem spaeten und leckeren Abendessen erreichen wir kurz vor Mitternacht Jorges Wohnung, vielmehr die Wohnung seiner Eltern, unser Quartier fuer die naechsten Tage.

Auf dem Weg zum Fruehstueck wird mir das Aussmass der Wohnung erst richtig bewusst. Die Wohnung hat sicher 200qm. In der Kueche wartet Natalya, die Hausangestellte mit dem Fruehstueck auf uns, Quesadilla, frisches Obst, frischer Saft, Ruehrei, was das Herz begehrt. Jorges muss arbeiten, also begleiten uns (Diana und ich) seine Schwestern zum Park Chapultepec. Im Schloss ist das Geschichtsmuseum untergebracht. Viel spannender noch ist jedoch das Anthropologische Museum, in dem in unzaehligen Ausstellungsraeumen die unterschiedlichen pre-kolumbianischen Kulturen dargestellt werden: Maya, Azteken, Olmeken... Den Nachmittag verbringen wir in San Angel, die Hoehe (2.300m) und Temperatur (38 Grad) setzen uns doch etwas zu. Beim Schlendern treffen wir jedoch noch zwei Strassenmusikanten, die uns ein Staendchen singen. Mit Daniel, dem Chauffeur (ja, dekandent, aber da Jorges Vater auf Reisen ist, hat Daniel eh nichts zu tun...) trinken wir noch einen Kaffee und lauschen seinen Geschichten, den er als "indigeno" erlebt Mexico anders als die Mittel- und Oberschicht, die groesstenteils Europaeische Wurzeln hat.

Mittwochs starten wir unseren Ausflug auf einem Markt. Waehrend die Wohlhabenden in Mexico im Supermarkt shoppen, kaufen die Aermeren auf Wochenmaerkten ein. Die Staende sind voll frischer Fruechte, Bananen, Papaya, Mango, und einige, die ich noch nie gesehen habe. Dazu leuchten verschiedenste Chilisorten in bunten Farben neben Gemuese und Gewuerzen.
Den Nachmittag verbringen wir am Zocalo, so heisst der Marktplatz, wir besuchen die Kathedrale, die sich neigt, weil der Boden wegsinkt, dann Templo Mayor, ein Tempel der Tenocha, die in Mexico-City lebten, als die Spanier kamen. Der Tempel wurde ueberbaut und erst 1973 bei Bauarbeiten fuer die Metro wiederentdeckt.

An unserem letzten Tag in Mexico-City steht "La Villa" auf dem Plan. Nachdem die Mexicaner katholiziert wurden, hat sich hier, wie auch in anderen Staaten Lateinamerikas eine tiefe katholische Glaeubigkeit entwickelt. Die meistverehrteste Heilige in Mexico ist die Senore de Guadaloupe, zu deren Ehren im 19Jhd vor den Toren Mexicos eine Kirche errichtet wurde. Mittlerweile wurden zwei groessere Kirchen gebaut, weil die kleine nicht mehr ausreichte, ausserdem befindet sich "La Villa" mittlerweile mitten in der Stadt... Den Nachmittag verbringen wir auf der Suche nach einem Geschenk fuer Daniel. Wir hoffen, in Coyacan ein Buch fuer ihn zu finden, als kleines Dankeschoen fuer die Fahrerei und die vielen Geschichten, die er uns erzaehlt hat. Diesmal schlagen Diana und ich uns ohne Fahrer durch die Stadt, endlich richtiges Abenteuer ;-). Zunaechst nehmen wir die Metro, von der Haltestelle bis Coyacan ist es ein Stueck, aber wir wollen gerne noch was von der Stadt erleben, also machen wir uns zu Fuss auf den Weg. Wir kommen auch ein Stuck, bis sich der Himmel zuzieht uns wir uns vor Donner uns Regen in ein Kaffee fluechten. Nach einer Stunde regnet es etwas weniger. Ich schlage ein Taxi vor um die kurze Strecke zum Buchladen zu fahren, Diana hat gelesen, dass das gefaehrlich ist und weigert sich. Nun denn, dann zu Fuss! Das schlimmere Uebel war nicht das Wasser von oben, sondern die ueberfluteten Kreuzungen, da kann man so weit springen, wie man will, trotzdem werden die Fuesse nass... Nun, die Buchhandlung haben wir erreicht, aber kein Buch gefunden, dass uns recht war... Die naechste ist nur ein paar Metrostationen entfernt, also hin! Rein in die Metro, raus aus der Metro, alles garnicht so schwer. An der uns angeratenen Metro-Station angekommen, teilte man uns mit, dass der Buchladen doch weiter entfernt ist, als gedacht. Da Taxifahren ausscheidet, nehmen wir eben einen Collectivo, endlich richtiges Abenteuer. Wir fahren durch die mittlerweile dunklen Strassen, keine Ahnung wo wir genau aussteigen muessen... eine Dame weiter hinten kann helfen und so kommen wir rechtzeitig vor Ladenschluss an. Prompt finden wir was wir suchen! Mission erfuellt!

Mein erster Tag in Mexico

"Kaum betrete ich Mexikanisches Land, macht sich auf meinem Gesicht ein Laecheln breit, dass waehrend meiner Reise hoffentlich nicht versagt." So beginnt mein Reisetagebuch...
Am Sonntag 04.05. landet mein Flieger in Mexico-City, auf dem Flug hatte ich mich nett mit einem Mathe-Dozenten unterhalten. Geborener Mexikaner, unterrichtet er an einem College in den USA und war nur auf einen Sprung unterwegs nach Mexico um seine Familie zu treffen und dann fuer 3 Monata nach Europa zu reisen - also so wie ich, nur anders herum...
Als ich aus dem Flugzeug aussteige, macht sich tatsaechlich unweigerlich ein Laecheln auf meinem Gesicht breit, warum? Weil das Abenteuer beginnt, weil ich in Lateinamerika bin, weil ich davon so lange getraeumt habe. Das Laecheln haelt auch brav an, als ich eine Stunde vor der Passkontrolle warte, habe ja ein Buch dabei... Am Zoll druecke ich einen Knopf, ein rotes Laempchen leuchtet. Das heisst: Gepaeckkontrolle. Klar, kein Problem, habe ja nur legitime Sachen dabei. Als der Zollbeamte sieht, wie dicht gepackt mein Rucksack ist, gibt er auf und laesst mich passieren.
Endlich Mexico. Die Leute sind fasst alle 1-2 Koepfe kleiner als ich und tummeln sich vor meinen Fuessen, sicher finde ich durch die Menschenmassen den Weg zur Metro. Es ist Sonntag, daher genuegend Platz fuer mich und mein Gepaeck. Kaum, dass ich die Metro betreten habe, werde ich auch schon in das erste Gespraech verwickelt. Endlich Mexico!
Im Vorwege hatte ich mir schon ein Hostel ausgesucht: "Casa de los amigos" klang zentrumsnah und gemuetlich, habe es auch gleich gefunden. Bad, Kueche, Aufenthaltsraum, ein grosser Saal zum Capoeira trainieren, alles da!
Den Nachmittag habe ich gleich noch genutzt, um die naehere Umgebung zu erkunden, Plaza de la Revolucion war direkt um die Ecke, ein Stueckchen weiter Plaza de Alameda mit Live Musik und Volksfestcharakter. Der perfekte Platz um ein wenig mexikanisches Leben zu atmen und mein Reisetagebuch zu beginnen. Ich kam jedoch nicht weit, kaum sass ich 5 Minuten, wurde ich zum Tanz aufgefordert. Es dauerte auch nicht lange, bis sich eine Menschentraube um Juan Carlos und mich gebildet hatte, eine grossgewachsene Blondine die Salsa und Cumbia tanzt sieht man in der 2o-Millionen-Metropole scheinbar nicht alle Tage... :-)
Als Belohnung goennen wir uns eine heisse Schokolade in der Casa de los Azulejos.
Nach drei Stunden mache ich mich auf den Heimweg, Juan Carlos moechte, dass ich mit Ihm nach Hause gehe, er will mir doch so gerne seine Hunde zeigen... Aha! Nein danke, ich moechte nicht. Nach einer Viertelstunde hat er es immernochnicht verstanden, also gehe ich einfach. Endlich Mexico.
Gut dass ich vor dem Hostel Chris treffe, ein Niederlaender mit dem ich ein Bier trinken und dem ich von meinem ersten Tag in Mexico berichten kann.

Freitag, 2. Mai 2008

Lincoln, Jefferson and Forrest Gump

Have you ever been to Washington DC? Designed as capital city it is full of history: memorials for presidents in different sizes and designs, war memorials, museums - all within a green mile called The Mall between Capitol and Lincoln Memorial, with the reflecting pool in front, which became world-famous when Forrest Gump entered the water to kiss his Jane!!
We stayed next door to the White House! hotwire.com makes it possible and when charing one room with four people (that makes two per supersize bed) a really good hotel gets very affordable! For breakfast a Starbucks was integrated in the ground floor with direct access from the hotels lobby.
We had a wonderful sunshiny day visiting The Mall, strolling through the streets, where you can hardly get lost, because west-east-connections are named A, B, C... street and north-south connections count 1st, 2nd, 3rd... street only some diagonal avenues carry the names of the first 13 states. Finally we arrived at Dupont Circle (according to Claudia this is where people tracked by cia normally meet to exchange information - you don't believe it? Assist some movies!!!). Well, next to Dupont Circle is my favorite bookstore: "Kramerbooks and afterwords cafe", first you find a good assortment of books (first purchase: Banker to the Poor by peace-nobel-price-winner 2006 Muhammad Yunnus, last purchase: The Maya by Michael D. Coe) later you sit down in the cosy cafe attached and have a cup of coffee!!!
After dinner, we decided to have another walk. After a while it started raining cats and dogs, we realized, that waiting under a tree for the rain to stop would not help a thing and arrived in the hotel lobby soaking wet...

Dienstag, 29. April 2008

Meeting old friends

These are Claudia and me. For all who do not know: Claudia is my best friend from school, she has been living in the states since 2007 and moved to Charlotte half a year ago. Although work and distance reduce the amount of contacts, the intensity of our friendship has been unchanged for a decade.
I arrived in Charlotte, NC on Wednesday (23.04.2008), only a short wrap-up of what I have been doing since I left my mum's place: visiting grandma, finding my roots and source of energy in the marsh of Rantrum (northern Germany), staying with friends in Hamburg and inhaling some air and party in the city I love.
The flight was unspectacular: As Joschka accompanied me to the airport, he took care so I wouldn't come late... Starting in Hamburg's clear blue sky, I had a good view on the city as well as on northern Germany, I could tell the "Nord-Ostsee-Kanal" (I took me a couple of years to tell that channel from the Eider river ;-) and believe, that I saw Fehmarn. Never did I have such a clear view taking of from Hamburg. Later the day I had the chance to see Greenland's ice, a wonderfull view!
Whilst filling out the customs form I struggled and finally declared "Schwarzbrot, Nutella, Gummibärchen and Maultaschen"... no one questioned the goods and so they arrived in Claudias appartment.
The pictures were taken in Virginia Beach, 3hrs from Charlotte, we passed the beach on our way to Washington DC. We, that is Claudia, Tobi (my ex-room-mate) and Tinchen (university colleague and friend to Claudia and Tobi) and me. The water in VB was icy cold, but still we entered!

Montag, 7. April 2008

Find your roots before you go.

I left Hamburg. The first step to travelling is done.

After having a great good-bye-party on Saturday I needed a big breakfast.
Location was the "La Paz" which is just in front of my appartment, my second home!
Hamburg did all it's best, blue sky, sun shining a lot of friends and familiy around, still I felt really bad.

I do not know which was the worst, few hours of sleep, a couple of beers and caipirinhas on the party the night before, or the feeling of leaving known places and very good friends behind.

Monday was the day to pack all my belongings in a van, thanks to all helpful hands we made it in 3 hrs... unpacking back at my mum's place and storing it away took me 3 days... Right now I am with my mum, sister, brother and cat. Getting in touch with the place were I grew up, before leaving into the wild world! After visiting my grandma I will be back in Hamburg on Friday 18th of April.
Timetable:
April 18th, 20:30 - Roda at Meia Lua Inteira, Barnerstraße 16
April 19th, 20:00 - ROXXTONE, Knust
April 23rd, 9:00 - Flight HAM/CLT

I changed the security level on my blog, so by now anyone should be able to write a comment. You may choose any language you like (do not feel obliged to write in english), if you want me to understand it, please do not use mandarin or russian ;-).

Sonntag, 9. März 2008

Getting started

It is sunday in Hamburg, sky is grey, nothing left of yesterdays summer feeling... that is not to bad, because it gives me time to start my blog, which means preparing for my trip to the americas.
cathrinandtheamericas, that will be, where you can find me from April on.
I know, that by the end of the month I will leave Hamburg, but I feel I still do not understand...
I am looking forward to travelling, but leaving Hamburg behind will not be that easy, that is for sure. More than 7 years I have been living here, studying and working. But more important, getting to know Hamburg, learning to love living in a city - coming from a small, small village I did not believed I could ever live in a city at all - meeting people, enjoying Hamburgs's day and night life, but most important: making friends!
Things might change, when I am not there, that is life: living means changing ("Stillstand ist der Tod" as H. Groenemeyer put it, a German singer and songwriter), this means that things will not be the same, when I come back, but that does not matter! I know, that whilst things change, friendship will last, and even not meeting for days, weeks, months or years, friends will be close - always!
Thanks to all the people I met in Hamburg, I learned a lot with you! Special thanks to my friends - I am full of hope, staying in touch with you.
And if you wonder one day, where I might be, you will find out here...