Samstag, 16. Mai 2009
Auf der Hoehe
Am Sonntag hiess es dann Abschied nehmen, bei Pedro Mittagessen, bei Don zum nachmittaeglichen Kuchen und bei Diego zum Abendbrot. Da passte dann auch nur noch Rotwein rein, den ich mit Caro teilte. Montag bis Donnerstag war ich nochmal in Xela (die Stadt mit dem Supermarkt...) um mich von weiteren Bekannten zu verabschieden.
Mein erster Kontakt heute morgen waren zwei Deutsche Touristen, die sind im Hostel Republica abgestiegen, weil es vom Reisefuehrer waermstens empfohlen wurde. Nun sind sie aber in das Zimmer 303 gesteckt worden, obwohl doch ausdruecklich im Fuehrer stand, dass dieses Zimmer auf JEDEN FALL zu meiden ist, und nun haben sie auch garkein Auge zumachen koennen, die ganze Nacht, weil das Bett doch so klein ist... Nun, Mama sagt immer: Wer muede ist, kann auch schlafen. (Kann ich auch nur bestaetigen!) Nun, die beiden sind auch schon fortgeschrittenen Alters, so habe ich also mit der Rezeption gesprochen und ihren wohlverdienten Schlaf der naechsten Nacht gerettet!
So, nun bin ich also hier, on top of the world!!! da muss ich jetzt auch schluss machen und mir die Stadt anschauen! Heute Nachmittag kommt dann auch Anne an! Da freue ich mich schon riesig!
Dienstag, 17. März 2009
Wasser fuer Sacbochol oder Maurerdekollte und Co KG
Meine Arbeitshose hat sich im laufe der letzten Wochen der Mode der 90er Jahre angepasst, daher habe ich am Mittwoch in meiner neuen Jeans gearbeitet (siehe Abenteuer PACA). Die ganze letzte Woche hatte ich schon Zement gegossen, Eisen gesaegt und gebogen, Tankwaende und Fundament verputzt. Dank meines Meisters Pedro, der mir alles geduldig beigebracht hat, bin ich vom Stift zum Gesellen aufgestiegen und meine Arbeit wird sowohl von den Kollegen als auch von den anwesenden Dorfbewohnern anerkannt. Hier ein kurzes Wort zu den freiwilligen Helfern aus Sacbochol. Jeden Tag helfen mindestens 30 Maenner. Sie tragen 50kg Saecke Zement, Sand, Steine, Eisen und Wasser den Berg hinauf, wo der Tank gebaut wird. Nach einer Woche Training schaffe ich es, mein eigenes Gewicht ohne Atempause hinaufzuschaffen... Ich habe hohen Respekt vor der Belastbarkeit der Chapines (so nennen sich die Guatemalteken).
Wie es scheint habe ich allerdings nicht nur die Arbeitstechniken schnell erlernt, sondern auch bei dem Outfit das richtige Haendchen erwiesen. Fehlt nur noch die Maurerlimo!
Sonntag, 15. März 2009
Komm, spiel mit uns…
Gemeinsam mit Caroline (meiner neuen, deutschen Kollegin) habe ich
Etwas unheimlich wurde uns allerdings, als wir feststellten, dass wir im Dorf mutterseelenallein waren! Von hier wuerde wohl kein Boot nach
Weil gerade Trockenzeit ist, fuehrte der Fluss nur wenig Wasser und reichte uns beim Durchqueren nichtmal bis zum Knie (ich war gluecklich endlich meine Treckingsandalen im Wasser auszuprobieren, dafuer hatte ich sie ja extra gekauft!!!). Als wir schliesslich das andere Ufer erreichten, sahen wir zwei Maedchen vor einem Bungalow spielen. Wir naeherten uns und die Kinder erzaehlten, dass der Bungalow einem Auslaender gehoert hatte, der nach einer Flut (vermutlich durch Stan verursacht) das Haus zurueckgelassen hat. Ich schaute gerade durch das Fenster ins Haus hinein, als ich ein Maedchen sagen hoerte: “Die Tuer ist nicht abgeschlossen, ihr koennt auch hineingehen.” Da wurde es mir zum zweiten Mal unheimlich… Ich betrat das Wohnzimmer, regelmaessig einen Blick ueber die Schulter werfend, um die Maedchen im Blick zu haben. Irgendwie erinnerte das alles zu sehr an einen schlechten Horrorfilm. In der Kueche fand ich eine Zeitschrift von 1994, aus deren Seiten wir Papierflugzeuge bastelten, ein guter Grund, das Haus zu verlassen. Mitten im Weitflugkonstest zeigten die Maedchen auf eine Frau auf dem angrenzenden Grundstueck. “Ihr muesst die Frau fragen, ob ihr das Pier benutzen duerft.” Scheinbar war das die einzige Moeglichkeit, vor Sonnenuntergang nach
Zunaechst ignorierten wir die Frau, verabschiedeten und von den Maedchen und machten uns auf den Weg zum Pier. Wie der Zufall es wollte, kam auch just in dem Moment ein Boot angefahren und der Fahrer erklaerte sich bereit uns nach Die Machete-Frau blickte von einer Anhoehe auf uns hinab, neben ihr aufgereiht zehn weitere Personen – wo die wohl alle so ploetzlich herkamen… Wir sassen schon im Boot, als sich das Pier mit all den Menschen fuellte und die Frau den Obulus einforderte. Mein Versuch, die Gute umzustimmen, indem ich von unserem Wasserprojekt berichtete, blieb fruchtlos und die Machete erhoben. Letztendlich zahlte der Bootsfuehrer die Nutzungsgebuehr, um sich weiteren Aerger zu ersparen und wir legten ab. Keine 10 Minuten spaeter legten wir in Santa Cruz an und verabschiedten uns von Cesar, dem Bootsfuehrer und Bruder der beiden Maedchen, die wir am Bungalow kennengelernt hatten.
Sonntag, 8. März 2009
Abenteuer PACA
Ich hatte ja bereits berichtet, dass die Menschen in
Da half nur eins: PACA. Wo der Name genau herkommt, weiss ich nicht, aber PACA bedeutet frei uebersetzt: Laden in dem Auslaufmodelle oder Secondhandware aus den
Ich moechte anmerken, dass ich bedenkenlos abends alleine in die sogenannten “cantinas” (Hamburgs Eckkneipen gleichen dagegen 5-Sterne-Lokalitaeten) gehe, die nur in sehr seltenen Faellen von Frauen aufgesucht werden, vor dem PACA allerdings hatte ich regelrecht ANGST! “Wat mut, dat mut.” (Alte norddeutschte Weisheit.) Zaehne zusammenbeissen und durch.
So begab ich
Montag, 23. Februar 2009
The Omnivore's Dilemma
Dazu kommt, dass beispielsweise Kuehe und Lachs, beide von Natur aus keine Maisesser in den USA heute fast ausschliesslich mit Mais gemaestet werden. Weil sie dass nicht so gut vertragen, werden die Antibiotika gleich mitgefuettert, das hilft dann auch gegen Krankheiten, die Aufgrund der Massentierhaltung um sich greifen. Gut dass die Tiere recht jung geschlachtet werden (Mais laesst sie schneller an Gewicht gewinnen), denn viel laenger wuerde der Magen eh nicht mitmachen. Zu dumm nur, dass der menschliche Koerper sich im Laufe der Evolution auf die Verdauung von Grassfressern (Kuehe) und Planktonfresser (Lachs) spezialisiert hat (um bei den beiden genannten Beispielen zu bleiben). Die beispielsweise weniger Omega-3-Fettsaeuren produzieren, wenn sie Mais anstatt Grass, respektive Plankton fressen. Gut zu wissen, dass es im Supermarkt gleich neben der Fischtheke Omega-3-Fettsaeure-Tabletten zu kaufen gibt. Denn eine Studie aus dem Jahr 2004 besagt, dass schwangere Frauen, die nahrungsergaenzend Omega-3 erhalten, Kinder mit hoerem IQ gebaehren und Kinder mit geringem Omega-3-Anteil in der Ernaehrung eher Lernschwierigkeiten aufweisen. Macht Essen dumm? Im zweiten Teil des Buches schaut sich Pollan im Bio-Sektor um. Auch hier ist das Bild nicht durchweg positiv und biologisch heisst nicht immer natuerlich. Ein positives Bild hinterlaesst allerdings die “Polyface-Farm” in Swoope, Virginia. (Claudia, das ist 4.5 Autostunden von Charlotte…), wo Tiere aus Sonnenenergie gefuettert werden, die von Gras in Proteine und Kohlenhydrate verwandelt wird. In einer faszinierenden Synergie leben Kuehe, Schweine, Hasen und Huehner zusammen und bilden einen Kreislauf in dem Abfall nicht existiert und alle Energie von der Sonne kommt. Der letzte Teil des Buches beschreibt die Urform der Nahrungsbereitung: Jagen und Sammeln… Mit dem Kapitel habe ich aber gerade erst angefangen und lese nach dem Mittagessen weiter. Guten Appetit.
Freitag, 9. Januar 2009
45 Minuten im Paradies und andere himmlische Geschenke
Meiner Abneigung gegen Einkaufen im Allgemeinen und insbesondere gegen Einkaufszentren und Riesensupermaerkten zum Trotz begab ich mich am Sonntag in den Hiper Pais (neben Shopping Mall zu allem Ueberfluss auch noch Walmart-Eigentum, in Xela, Quetzaltenango befindlich, ca. 6 Busstunden von Nebaj).
Mit offenem Mund, stand ich, meinen Einkaufskorb im Arm, in der Elektroabteilung (jeder, der in der viel zu langen Spanne, die sich Walmart in Deutschland halten konnte eben mal schnell Milch und Gemuese einkaufen wollte, weiss, dass man sich beim Walmart zunaechst durch Elektrogeraete, Herrenbekleidung, Damenbekleidung, Kinderbekleidung, Schreibwaren, Haushaltswaren, Kurzwaren, Reinigungsmittel und Koerperpflegemittel schlagen muss, bevor man in der Lebensmittelabteilung ankommt). Plasmabildschirme, Laptops, Waschmaschinen. Fuer Passanten muss ich ein lustiges Bild abgegeben haben, mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen mich langsam im Kreise drehend... Als ich mich berappelt hatte, machte ich mich auf den Weg in die Lebensmittelabteilung, konnte allerdings dem Drang nicht widerstehen, mich auf dem Weg noch schnell in der Haushaltswarenabteilung umzusehen, Schaufenstershopping... Dann, endlich, zehn endlose Reihen voll mit Lebensmitteln, ein zweites Mal innerhalb kuerzester Zeit stand ich mit offenem Mund in der Gegend rum. Reis, Basmatireis, Wildreis, Vollkornreis. Zucker, brauner Zucker, klebriger brauner Zucker, Wuerfelzucker, Puderzucker. Haferflocken, Vollkornhaferflocken, 1-Minuten-Haferflocken, 3-Minuten-Haferflocken, Granola, Muesli, Fruechte-Muesli, Schockomuesli (aus Deutschland!!!). Oel, Olivenoel, Olivenoel extra virgin, spanisches Olivenoel, italienisches Olivenoel... Und ploetzlich konnte ich mir vorstellen, wie Ostdeutsche Fluechtlinge und Uebersiedler sich beim ersten Besuch eines Westdeutschen Supermarktes gefuehlt haben muessen. Nein, nicht nur die gruenen Bananen... die eingeschraenkte Auswahl, an die man sich im ostdeutschen Heimatland gewoehnt hatte und die selbst einen westdeutschen Aldi als Wunderland erscheinen lies. Und dann... Schokolade! Hershey’s (keine 10 Pferde!!! Da halte ich lieber Diaet...), aber gleich daneben Toblerone und RitterSport. Wow! Weisse Schokolade mit Haselnuss und Krisps, Vollnussvollmilch und Knusperflakes. Gut, dass ich nur den Korb und keinen Einkaufswagen genommen habe, auch den haette ich vollpacken koennen! 45 Minuten spaeter und um eine Monatsmiete leichter (guatemaltekische Monatsmiete, beim aktuellen Kurs also ca. 25 Euro) verliess ich mit meiner Beute (brauner Zucker, dunkler Kakao, 3 Sorten RitterSport, Riesentoblerone, Olivenoel (extra virgin), Lasagneblaetter, geraeucherter Speck, Eiskaffee, Espressopulver) und einem breiten Grinsen anstelle des fassungslosen Gesichtsausdrucks das kapitalistische Wunderland. Ich konnte ja nicht wissen, dass sich kaum 24h spaeter, zurueck in Nebaj noch groessere Freude auf mich wartete... ein Weihnachtspaket mit allerlei Deutschen Koestlichkeiten, die ich selbst im Hiper Pais nicht haette finden koennen!